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gezwungen hatte, der Kopf schmerzte. Trotz dieser Bestätigung sagte der Maler, alles noch
einmal zusammenfassend, als wolle er K. auf den Heimweg einen Trost mitgeben: "Beide
Methoden haben das Gemeinsame, daß sie eine Verurteilung des Angeklag ten verhindern."
"Sie verhindern aber auch die wirkliche Freisprechung", sagte K. leise, als schäme er sich,
das erkannt zu haben. "Sie haben den Kern der Sache erfaßt", sagte der Maler schnell. K.
legte die Hand auf seinen Winterrock, konnte sich aber nicht einmal entschließen, den Rock
anzuziehen. Am liebsten hätte er alles zusammengepackt und wäre damit an die frische Luft
gelaufen. Auch die Mädchen konnten ihn nicht dazu bewegen, sich anzuziehen, obwohl sie,
verfrüht, einander schon zuriefen, daß er sich anziehe. Dem Maler lag daran, K.s Stimmung
irgendwie zu deuten, er sagte deshalb: "Sie haben sich wohl hinsichtlich meiner Vorschläge
noch nicht entschieden. Ich billige das. Ich hätte Ihnen sogar davon abgeraten, sich sofort zu
entscheiden. Die Vorteile und Nachteile sind haarfein. Man muß alles genau abschätzen.
Allerdings darf man auch nicht zuviel Zeit verlieren." "Ich werde ba
K., der in einem plötzlichen Entschluß den Rock anzog, den Mantel über die Schulter warf
und zur Tür eilte, hinter der jetzt die Mädchen zu schreien anfingen. K. glaubte, die
schreienden Mädchen durch die Tür zu sehen. "Sie müssen aber Wort halten", sagte der
Maler, der ihm nicht gefolgt war, "sonst komme ich in die Bank, um selbst nachzufragen."
"Sperren Sie doch die Tür auf", sagte K. und riß an der Klinke, die die Mädchen, wie er an
dem Gegendruck merkte, draußen festhielten. "Wollen Sie von den Mädchen belästigt
werden?" fragte der Maler. "Benützen Sie doch lieber diesen Ausgang", und er zeigte auf
die Tür hinter dem Bett. K. war damit einverstanden und sprang zum Bett zurück. Aber statt
die Tür dort zu öffnen, kroch der Maler unter das Bett und fragte von unten: "Nur noch einen
Augenblick; wollen Sie nicht noch ein Bild sehen, das ich Ihnen verkaufen könnte?" K. wollte
nicht unhöflich sein, der Maler hatte sich wirklich seiner angenommen und versprochen, ihm
weiterhin zu helfen, auch war infolge der Vergeßlichkeit K.s über die Entlohnung für die Hilfe
noch gar nicht gesprochen worden, deshalb konnte ihn K. jetzt nicht abwe isen und ließ sich
das Bild zeigen, wenn er auch vor Ungeduld zitterte, aus dem Atelier wegzukommen. Der
Maler zog unter dem Bett einen Haufen ungerahmter Bilder hervor, die so mit Staub bedeckt
waren, daß dieser, als ihn der Maler vom obersten Bild wegzublasen suchte, längere Zeit
atemraubend K. vor den Augen wirbelte. "Eine Heidelandschaft", sag te der Maler und reichte
K. das Bild. Es stellte zwei schwache Bäume dar, die weit voneinander entfernt im dunklen
Gras standen. Im Hintergrund war ein vielfarbiger Sonnenuntergang. "Schön", sagte K., "ich
kaufe es." K. hatte unbedacht sich so kurz geäußert, er war daher froh, als der Maler, statt
dies übelzunehmen, ein zweites Bild vom Boden aufhob. "Hier ist ein Gegenstück zu diesem
Bild", sagte der Maler. Es mochte als Gegenstück beabsichtigt sein, es war aber nicht der
geringste Unterschied gegenüber dem ersten Bild zu merken, hier waren die Bäume, hier das
Gras und dort der Sonnenuntergang. Aber K. lag wenig daran. "Es sind schöne
Landschaften", sagte er, "ich kaufe beide und werde sie in meinem Büro aufhängen." "Das
Motiv scheint Ihnen zu gefallen", sagte der Maler und holte ein drittes Bild herauf, "es trifft
sich gut, daß ich noch ein ähnliches Bild hier habe." Es war ab er nicht ähnlich, es war
vielmehr die völlig gleiche Heidelandschaft. Der Maler nützte diese Gelegenheit, alte Bilder zu
verkaufen, gut aus. "Ich nehme auch dieses noch", sagte K. "Wieviel kosten die drei
Bilder?" "Darüber werden wir nächstens sprechen", sagte der Maler. "Sie haben jetzt Eile,
und wir bleiben doch in Verbindung. Im übrigen freut es mich, daß Ihnen die Bilder gefallen,
ich werde Ihnen alle Bilder mitgeben, die ich hier unten habe. Es sind lauter
Heidelandschaften, ich habe schon viele Heidelandschaften gemalt. Manche Leute weisen
solche Bilder ab, weil sie zu düster sind, andere aber, und Sie gehö ren zu ihnen, lieben
gerade das Düstere." Aber K. hatte jetzt keinen Sinn für die beruflichen Erfahrungen des
Bettelmalers. "Packen Sie alle Bilder ein!" rief er, dem Maler in die Rede fallend, "morgen
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