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Zuschauens ein wenig gestört. Die Alten wollten sich erheben, aber der Mann hinter ihnen
beruhigte sie. "Dort sind auch solche Zuschauer", rief K. ganz laut dem Aufseher zu und
zeigte mit dem Zeigefinger hinaus. "Weg von dort", rief er dann hi nüber. Die drei wichen
auch sofort ein paar Schritte zurück, die beiden Alten sogar noch hinter den Mann, der sie mit
seinem breiten Körper deckte und, nach seinen Mundbewegungen zu schließen, irgend etwas
auf die Entfernung hin Unverständliches sagte. Ganz aber verschwanden sie nicht, sondern
schienen auf den Augenblick zu warten, in dem sie sich unbemerkt wieder dem Fenster
nähern könnten. "Zudringliche, rücksichtslose Leute!" sagte K., als er sich ins Zimmer
zurückwendete. Der Aufseher stimmte ihm möglicherweise zu, wie K. mit einem Seitenblick
zu erkennen glaubte. Aber es war ebensogut möglich, daß er gar nicht zugehört hatte, denn
er hatte eine Hand fest auf den Tisch gedrückt und schien die Finger ihrer Länge nach zu
vergleichen. Die zwei Wächter saßen auf einem mit einer Schmuckdecke verhüllten Koffer
und rieben ihre Knie. Die drei jungen Leute hatten die Hände in die H üften gelegt und sahen
ziellos herum. Es war still wie in irgendeinem vergessenen Büro. "Nun, meine Herren", rief
K., es schien ihm einen Augenblick lang, als trage er alle auf seinen Schultern, "Ihrem
Aussehen nach zu schließen, dürfte meine Angelegenheit beendet sei n. Ich bin der Ansicht,
daß es am besten ist, über die Berechtigung oder Nichtberechtigung Ihres Vorgehens nicht
mehr nachzudenken und der Sache durch einen gegenseitigen Händedruck einen
versöhnlichen Abschluß zu geben. Wenn auch Sie meiner Ansicht sind , dann bitte " und er
trat an den Tisch des Aufsehers hin und reichte ihm die Hand. Der Aufseher hob die Augen,
nagte an den Lippen und sah auf K.s ausgestreckte Hand; noch immer glaubte K., der
Aufseher werde einschlagen. Dieser aber stand auf, nahm einen harten, runden Hut, der auf
Fräulein Bürstners Bett lag, und setzte sich ihn vorsichtig mit beiden Händen auf, wie man es
bei der Anprobe neuer Hüte tut. "Wie einfach Ihnen alles scheint!" sagte er dabei zu K., "wir
sollten der Sache einen versöhnlichen Abschluß geben, meinten Sie? Nein, nein, das geht
wirklich nicht. Womit ich andererseits durchaus nicht sagen will, daß Sie verzweifeln sollen.
Nein, warum denn? Sie sind nur verhaftet, nichts weiter. Das hatte ich Ihnen mitzuteilen, habe
es getan und habe auch gesehen, wie Sie es aufgenommen haben. Damit ist es für heute
genug und wir können uns verabschieden, allerdings nur vorläufig. Sie werden wohl jetzt in
die Bank gehen wollen?" "In die Bank?" fragte K., "ich dachte, ich wäre verhaftet." K. fragte
mit einem gewissen Trotz, denn obwohl sein Handschlag nicht angenommen w orden war,
fühlte er sich, insbesondere seitdem der Aufseher aufgestanden war, immer unabhängiger
von allen diesen Leuten. Er spielte mit ihnen. Er hatte die Absicht, falls sie weggehen sollten,
bis zum Haustor nachzulaufen und ihnen seine Verhaftung anzubieten. Darum wiederholte er
auch: "Wie kann ich denn in die Bank gehen, da ich verhaftet bin?" "Ach so", sagte der
Aufseher, der schon bei der Tür war, "Sie haben mich mißverstanden. Sie sind verhaftet,
gewiß, aber das soll Sie nicht hindern, Ihren Beruf zu erfüllen. Sie sollen auch in Ihrer
gewöhnlichen Lebensweise nicht gehindert sein." "Dann ist das V erhaftetsein nicht sehr
schlimm", sagte K. und ging nahe an den Aufseher heran. "Ich meinte es niemals anders",
sagte dieser. "Es scheint aber dann nicht einmal die Mitteilung der Verhaftung sehr
notwendig gewesen zu sein", sagte K. und ging noch näher. Auch die anderen hatten sich
genähert. Alle waren jetzt auf einem engen Raum bei der Tür versammelt. "Es war meine
Pflicht", sagte der Aufseher. "Eine dumme Pflicht", sagte K. unnachgiebig. "Mag sein",
antwortete der Aufseher, "aber wir wollen mit solchen Reden nicht unsere Zeit verlieren. Ich
hatte angenommen, daß Sie in die Bank gehen wollen. Da Sie auf alle W orte aufpassen, füge
ich hinzu: ich zwinge Sie nicht, in die Bank zu gehen, ich hatte nur ang enommen, daß Sie es
wollen. Und um Ihnen das zu erleichtern und Ihre Ankunft in der Bank möglichst unauffällig zu
machen, habe ich diese drei Herren, Ihre Kollegen, hier zu Ihrer Verfügung gestellt." "Wie?"
rief K. und staunte die drei an. Diese so uncharakteristischen, blutarmen, jungen Leute, die er
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