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eigentlich nur gesagt, um dem Fabrikanten irgendwie zu zeigen, daß er die Empfehlung zu
schätzen wisse und die Möglichkeiten, mit Titorelli zusammenzukommen, sofort überlege,
aber wenn er Titorellis Beistand für wertvoll angesehen hätte, hä tte er auch nicht gezögert,
ihm wirklich zu schreiben. Die Gefahren aber, die das zur Folge haben könnte, hatte er erst
durch die Bemerkung des Fabrikanten erkannt. Konnte er sich auf seinen eigenen Verstand
tatsächlich schon so wenig verlassen? Wenn es möglich war, daß er einen fragwürdigen
Menschen durch einen deutlichen Brief in die Bank einlud, um von ihm, nur durch eine Tür
vom Direktor-Stellvertreter getrennt, Ratschläge wegen seines Prozesses zu erbitten, war es
dann nicht möglich und sogar sehr wahrscheinlich, daß er auch andere Gefahren übersah
oder in sie hineinrannte? Nicht immer stand jemand neben ihm, um ihn zu warnen. Und
gerade jetzt, wo er mit gesammelten Kräften auftreten sollte, mußten derartige, ihm bisher
fremde Zweifel an seiner eigenen Wachsamkeit auftreten! Sollten die Schwierigkeiten, die er
bei Ausführung seiner Büroarbeit fühlte, nun auch im Prozeß beginnen? Jetzt allerdings
begriff er es gar nicht mehr, wie es möglich gewesen war, daß er an Titorelli hatte schreiben
und ihn in die Bank einladen wollen.
Er schüttelte noch den Kopf darüber, als der Diener an seine Seite trat und ihn auf drei
Herren aufmerksam machte, die hier im Vorzimmer auf einer Bank saßen. Sie warteten schon
lange darauf, zu K. vorgelassen zu werden. Jetzt, da der Diener mit K. sprach, waren sie
aufgestanden, und jeder wollte eine günstige Gelegenheit ausnützen, um sich vor den
anderen an K. heranzumachen. Da man von seiten der Bank so rücksichtslos war, sie hier im
Wartezimmer ihre Zeit verlieren zu lassen, wollten auch sie keine Rücksicht mehr üben. "Herr
Prokurist", sagte schon der eine. Aber K. hatte sich vom Diener den Winterrock bringen
lassen und sagte, während er ihn mit Hilfe des Dieners anzog, allen dreien: "Verzeihen Sie,
meine Herren, ich habe augenblicklich leider keine Zeit, Sie zu empfangen. Ich bitte Sie sehr
um Verzeihung, aber ich habe einen dringenden Geschäftsgang zu erledi gen und muß sofort
weggehen. Sie haben ja selbst gesehen, wie lange ich jetzt aufgehalten wurde. Wären Sie so
freundlich, morgen oder wann immer wiederzukommen? Oder wollen wir die Sachen vielleicht
telephonisch besprechen? Oder wollen Sie mir vielleicht jetzt kurz sagen, worum es sich
handelt, und ich gebe Ihnen dann eine ausführliche schriftliche Antwort. Am besten wäre es
allerdings, Sie kämen nächstens." Diese Vorschläge K.s brachten die Herren, die nun
vollständig nutzlos gewartet haben sollten, in solches Staunen, daß sie einander stumm
ansahen. "Wir sind also einig?" fragte K., der sich nach dem Diener umgewendet hatte, der
ihm nun auch den Hut brachte. Durch die offene Tür von K.s Zimmer sah man, wie sich
draußen der Schneefall sehr verstärkt hatte. K. schlug daher den Mantelkragen in die Höhe
und knöpfte ihn hoch unter dem Halse zu.
Da trat gerade aus dem Nebenzimmer der Direktor-Stellvertreter, sah lächelnd K. im
Winterrock mit den Herren verhandeln und fragte: "Sie gehen jetzt weg, Herr Prokurist?"
"Ja", sagte K. und richtete sich auf, "ich habe einen Geschäftsgang zu machen." Aber der
Direktor-Stellvertreter hatte sich schon den Herren zugewendet. "Und die Herren?" fragte er.
"Ich glaube, sie warten schon lange." "Wir haben uns schon geeinigt", sagte K. Aber nun
ließen sich die Herren nicht mehr halten, umringten K. und erklärten, daß sie nicht
stundenlang gewartet hätten, wenn ihre Angelegenheiten nicht wichtig wären und nicht jetzt,
und zwar ausführlich und unter vier Augen, besprochen werden müßten. Der Direktor-
Stellvertreter hörte ihnen ein Weilchen zu, betrachtete auch K., der den Hut in der Hand hielt
und ihn stellenweise von Staub reinigte, und sagte dann: "Meine Herren, es gibt ja einen sehr
einfachen Ausweg. Wenn Sie mit mir vorlieb nehmen wollen, übernehme ich sehr gerne die
Verhandlungen statt des Herren Prokuristen. Ihre Angelegenheiten müssen natürlich sofort
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