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das vollständig ein. Und dem Herrn Prokuristen" selbst bei dieser Bemerkung redete er
eigentlich nur zum Fabrikanten "wird es gewiß lieb sein, wenn wir es ihm abnehmen. Die
Sache verlangt ruhige Überlegung. Er aber scheint heute sehr überlastet zu sein, auch
warten ja einige Leute im Vorzimmer schon stundenlang auf ihn." K. hatte gerade noch
genügend Fassung, sich vom Direktor-Stellvertreter wegzudrehen und sein freundliches, aber
starres Lächeln nur dem Fabrikanten zuzuwenden, sons
wenig vorgebeugt, mit beiden Händen auf den Schreibtisch wie ein Kommis hinter dem Pult
und sah zu, wie die zwei Herren unter weiteren Reden die Papiere vom Tisch nahmen und im
Direktionszimmer verschwanden. In der Tür drehte sich noch der Fabrikant um, sagte, er
verabschiede sich noch nicht, sondern werde natürlich dem Herrn Prokuristen über den Erfolg
der Besprechung berichten, auch habe er ihm noch eine andere kleine Mitteilung zu machen.
Endlich war K. allein. Er dachte gar nicht daran, irgendeine andere Partei vorzulassen, und
nur undeutlich kam ihm zu Bewußtsein, wie angenehm es sei, daß die Leute draußen in dem
Glauben waren, er verhandle noch mit dem Fabrikanten und es könne aus diesem Grunde
niemand, nicht einmal der Diener, bei ihm eintreten. Er ging zum Fenster, setzte sich auf die
Brüstung, hielt sich mit der Hand an der Klinke fest und sah auf den Platz hinaus. Der Schnee
fiel noch immer, es hatte sich noch gar nicht aufgehellt.
Lange saß er so, ohne zu wissen, was ihm eigentlich Sorgen machte, nu r von Zeit zu Zeit
blickte er ein wenig erschreckt über die Schulter hinweg zur Vorzimmertür, wo er
irrtümlicherweise ein Geräusch zu hören geglaubt hatte. Da aber niemand kam, wurde er
ruhiger, ging zum Waschtisch, wusch sich mit kaltem Wasser und kehrte mit freierem Kopf zu
seinem Fensterplatz zurück. Der Entschluß, seine Verteidigung selbst in die Hand zu
nehmen, stellte sich ihm schwerwiegender dar, als er ursprünglich angenommen hatte.
Solange er die Verteidigung auf den Advokaten überwälzt hatte, war er doch noch vom
Prozeß im Grunde wenig betroffen gewesen, er hatte ihn von der Ferne beobachtet und hatte
unmittelbar von ihm kaum erreicht werden können, er hatte nachsehen k önnen, wann er
wollte, wie seine Sache stand, aber er hatte auch den Kopf wieder zurückziehen können,
wann er wollte. Jetzt hingegen, wenn er seine Verteidigung selbst führen würde, mußte er
sich wenigstens für den Augenblick ganz und gar dem Gericht aussetzen, der Erfolg
dessen sollte ja für später seine vollständige und endgültige Befreiung sein, aber um diese zu
erreichen, mußte er sich vorläufig jedenfalls in viel größere Gefahr begeben als bisher. Hätte
er daran zweifeln wollen, so hätte ihn das heutige Beisammensein mit dem Direktor-
Stellvertreter und dem Fabrikanten hinreichend vom Gegenteil überzeugen können. Wie war
er doch dagesessen, schon vom bloßen Entschluß, sich selbst zu verteidigen, gänzlich
benommen? Wie sollte es aber später werden? Was für Tage standen ihm bevor! Würde er
den Weg finden, der durch alles hindurch zum guten Ende führte? Bedeutete nicht eine
sorgfältige Verteidigung und alles andere war sinnlos , bede utete nicht eine sorgfältige
Verteidigung gleichzeitig die Notwendigkeit, sich von allem anderen mö glichst
abzuschließen? Würde er das glücklich überst
dessen in der Bank gelingen? Es handelte sich ja nicht nur um die Eingabe, für die ein Urlaub
vielleicht genügt hätte, obwohl die Bitte um einen Urlaub gerade jetzt ein großes Wagnis
gewesen wäre, es handelte sich doch um einen ganzen Prozeß, dessen Dauer unabsehbar
war. Was für ein Hindernis war plötzlich in K.s Laufbahn geworfen worden!
Und jetzt sollte er für die Bank arbeiten? Er sah auf den Schreibtisch hin. Jetzt sollte er
Parteien vorlassen und mit ihnen verhandeln? Während sein Prozeß weiterrollte, während
oben auf dem Dachboden die Gerichtsbeamten über den Schriften dieses Prozesses saßen,
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