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glaubten es! Und sagten, ich solle Ihnen kündigen! Ihnen kündigen!" Der letzte Ausruf
erstickte schon unter Tränen, sie hob die Schürze zum Gesicht und schluchzte laut.
"Weinen Sie doch nicht, Frau Grubach", sagte K. und sah zum Fenster hinaus, er dachte
nur an Fräulein Bürstner und daran, daß sie ein fremdes Mädchen in ihr Zimmer
aufgenommen hatte. "Weinen Sie doch nicht", sagte er nochmals, als er sich ins Zimmer
zurückwandte und Frau Grubach noch immer weinte.
so schlimm gemeint. Wir haben eben einander gegenseitig mißverstanden . Das kann auch
alten Freunden einmal geschehen." Frau Grubach rückte die Schürze unter die Augen, um
zu sehen, ob K. wirklich versöhnt sei. "Nun ja, es ist so", sagte K. und wagte nun, da, nach
dem Verhalten der Frau Grubach zu schließen, der Hauptmann nichts verraten hatte, noch
hinzuzufügen: "Glauben Sie denn wirklich, daß ich mich wegen eines fremden Mädchens mit
Ihnen verfeinden könnte?" "Das ist es ja eben, Herr K.", sagte Frau Grubach, es war ihr
Unglück, daß sie, sobald sie sich nur irgendwie freier fühlte, gleich etwas Ungeschicktes
sagte. "Ich frage mich immerfort: Warum nimmt sich Herr K. so sehr des Fräulein Bürstner
an? Warum zankt er ihretwegen mit mir, obwohl er weiß, daß mir jedes böse Wort von ihm
den Schlaf nimmt? Ich habe ja über das Fräulein nichts anderes ges agt, als was ich mit
eigenen Augen gesehen habe." K. sagte dazu nichts, er hätte sie mit dem ersten Wort aus
dem Zimmer jagen müssen, und das wollte er nicht. Er begnügte sich damit, den Kaffee zu
trinken und Frau Grubach ihre Überflüssigkeit fühlen zu lassen. Draußen hörte man wieder
den schleppenden Schritt des Fräulein Montag, welche das ganze Vorzim mer durchquerte.
"Hören Sie es?" fragte K. und zeigte mit der Hand nach der Tür. "Ja", sagte Frau Grubach
und seufzte, "ich wollte ihr helfen und auch vom Dienstmädchen helfen lassen, aber sie ist
eigensinnig, sie will alles selbst übersiedeln. Ich wundere mich über Fräulein Bürstner. Mir ist
es oft lästig, daß ich Fräulein Montag in Miete habe, Fräulein Bürstner aber nimmt sie sogar
zu sich ins Zimmer." "Das muß Sie gar nicht kümmern", sagte K. und zerdrückte die
Zuckerreste in der Tasse. "Haben Sie denn dadurch einen Schaden?" "Nein", sagte Frau
Grubach, "an und für sich ist es mir ganz willkommen, ich bekomme dadurch ein Zimmer frei
und kann dort meinen Neffen, den Hauptmann, unterbringen. Ich fürchtete schon längst, daß
er Sie in den letzten Tagen, während derer ich ihn nebenan im Wohnzimmer wohnen lassen
mußte, gestört haben könnte. Er nimmt nicht viel Rücksicht." "Was für Einfälle!" sagte K. und
stand auf, "davon ist ja keine Rede. Sie scheinen mich wohl für überempfindlich zu halten,
weil ich diese Wanderungen des Fräulein Montag jetzt geht sie wi eder zurück nicht
vertragen kann." Frau Grubach kam sich recht machtlos vor. "Soll ich, Herr K., sagen, daß
sie den restlichen Teil der Übersiedlung aufschieben soll? Wenn Sie wollen, tue ich es
sofort." "Aber sie soll doch zu Fräulein Bürstner übersiedeln!" sagte K. "Ja", sagte Frau
Grubach, sie verstand nicht ganz, was K. meinte. "Nun also", sagte K., "dann muß sie doch
ihre Sachen hinübertragen." Frau Grubach nickte nur. Diese stumme Hilflosigkeit, die
äußerlich nicht anders aussah als Trotz, reizte K. noch mehr. Er fing an, im Zimmer vom
Fenster zur Tür auf und ab zu gehen und nahm dadurch Frau Grubach die Möglichkeit, sich
zu entfernen, was sie sonst wahrscheinlich getan hätte.
Gerade war K. einmal wieder bis zur Tür gekommen, als es klopfte. Es war das
Dienstmädchen, welches meldete, daß Fräulein Montag gern mit Herrn K. ein paar Worte
sprechen möchte und daß sie ihn deshalb bitte, ins Eßzimmer zu kommen, wo sie ihn
erwarte. K. hörte das Dienstmädchen nachdenklich an, dann wandte er sich mit einem fast
höhnischen Blick nach der erschrockenen Frau Grubach um. Dieser Blick schien zu sagen,
daß K. diese Einladung des Fräulein Montag schon längst vorausg esehen habe und daß sie
auch sehr gut mit der Quälerei zusammenpasse, die er diesen Sonntagvormittag von den
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