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wird, eine Besserung zu erreichen?" K. lächelte und drehte seine Hand ein wenig in ihren
weichen Händen. "Eigentlich", sagte er, "bin ich nicht dazu angestellt, Besserungen hier zu
erreichen, wie Sie sich ausdrücken, und wenn Sie es zum Beispiel dem Untersuchungsrichter
sagten, würden Sie ausgelacht oder bestraft werden. Tatsächlich hätte ich mich auch aus
freiem Willen in diese Dinge gewiß nicht eingemischt, und meinen Schlaf hätte die
Verbesserungsbedürftigkeit dieses Gerichtswes
daß ich angeblich verhaftet wurde ich bin nämlich verhaftet , gezwungen worden, hier
einzugreifen, und zwar um meinetwillen. Wenn ich aber dabei auch Ihnen irgendwie nützlich
sein kann, werde ich es natürlich sehr gerne tun. Nicht etwa nur aus Nächstenliebe, sondern
außerdem deshalb, weil auch Sie mir helfen können." "Wie könnte ich denn das?" fragte die
Frau. "Indem Sie mir zum Beispiel die Bücher dort auf dem Tisch zeigen." "Aber gewiß", rief
die Frau und zog ihn eiligst hinter sich her. Es waren alte, abgegriffene Bücher, ein
Einbanddeckel war in der Mitte fast zerbrochen, die Stücke hingen nur durch Fasern
zusammen. "Wie schmutzig hier alles ist", sagte K. kopfschüttelnd, und die Frau wischte mit
ihrer Schürze, ehe K. nach den Büchern greifen konnte, wenigstens oberflächlich den Staub
weg. K. schlug das oberste Buch auf, es erschien ein unanständiges Bild. Ein Mann und eine
Frau saßen nackt auf einem Kanapee, die gemeine Absicht des Zeichners war deutlich zu
erkennen, aber seine Ungeschicklichkeit war so groß gewesen, daß s chließlich doch nur ein
Mann und eine Frau zu sehen waren, die allzu körperlich aus dem Bilde hervorragten,
übermäßig aufrecht dasaßen und sich infolge falscher Perspektive nur mühsam einander
zuwendeten. K. blätterte nicht weiter, sondern schlug nur noch das Titelblatt des zweiten
Buches auf, es war ein Roman mit dem Titel: "Die Plagen, welche Grete von ihrem Manne
Hans zu erleiden hatte." "Das sind die Gesetzbücher, die hier studiert werden", sagte K.,
"von solchen Menschen soll ich gerichtet werden." "Ich werde Ihnen helfen", sagte die Frau.
"Wollen Sie?" "Könnten Sie denn das wirklich, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen? Sie
sagten doch vorhin, Ihr Mann sei sehr abhängig von Vorgesetzten." "Trotzdem will ich Ihnen
helfen", sagte die Frau, "kommen Sie, wir müssen es besprechen. Über meine Gefahr reden
Sie nicht mehr, ich fürchte die Gefahr nur dort, wo ich sie fürchten will. Kommen Sie." Sie
zeigte auf das Podium und bat ihn, sich mit ihr auf die Stufe zu setzen. "Sie haben schöne
dunkle Augen", sagte sie, nachdem sie sich gesetzt hatten, und sah K. von unten ins
Gesicht, "man sagt mir, ich hätte auch schöne Augen, aber Ihre sind viel schöner. Sie fielen
mir übrigens gleich damals auf, als Sie zum erstenmal hier eintraten. Sie waren auch der
Grund, warum ich dann später hierher ins Versammlungszimmer ging, was ich sonst niemals
tue und was mir sogar gewissermaßen verboten ist." Das ist also alles, dachte K., sie bietet
sich mir an, sie ist verdorben wie alle hier rings herum, sie hat die Gerichtsbeamten satt, was
ja begreiflich ist, und begrüßt deshalb jeden beliebigen Fremden mit einem Kompliment
wegen seiner Augen. Und K. stand stillschweigend auf, als hätte er seine Gedanken laut
ausgesprochen und dadurch der Frau sein Verhalten erklärt. "Ich glaube nicht, daß Sie mir
helfen können", sagte er, "um mir wirklich zu helfen, müßte man Beziehungen zu hohen
Beamten haben. Sie aber kennen gewiß nur die niedrigen Angestellten, die sich hier in
Mengen herumtreiben. Diese kennen Sie gewiß sehr gut und könnten bei ihnen auch
manches durchsetzen, das bezweifle ich nicht, aber das Größte, was man bei ihnen
durchsetzen könnte, wäre für den endgültigen Ausgang des Pro zesses gänzlich belanglos.
Sie aber hätten sich dadurch doch einige Freunde verscherzt. Das will ich nicht. Führen Sie
Ihr bisheriges Verhältnis zu diesen Leuten weiter, es scheint mir nä mlich, daß es Ihnen
unentbehrlich ist. Ich sage das nicht ohne Bedauern, denn, um Ihr Kompliment doch auch
irgendwie zu erwidern, auch Sie gefallen mir gut, besonders wenn Sie mic h wie jetzt so
traurig ansehen, wozu übrigens für Sie gar kein Grund ist. Sie gehören zu der Gesellschaft,
die ich bekämpfen muß, befinden sich aber in ihr sehr wohl, Sie lieben sogar den Studenten,
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