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Handkarren schaukelten zwei Jungen. Vor einer Pumpe stand ein schwaches, junges
Mädchen in einer Nachtjoppe und blickte, während das Wasser in ihre Kanne strömte, auf K.
hin. In einer Ecke des Hofes wurde zwischen zwei Fenstern ein Strick gespannt, auf dem die
zum Trocknen bestimmte Wäsche schon hing. Ei
durch ein paar Zurufe.
K. wandte sich der Treppe zu, um zum Untersuchungszimmer zu kommen, stan d dann
aber wieder still, denn außer dieser Treppe sah er im Hof noch drei verschiedene
Treppenaufgänge und überdies schien ein kleiner Durchgang am Ende des Hofes noch in
einen zweiten Hof zu führen. Er ärgerte sich, daß man ihm die Lage des Zimmers nicht näher
bezeichnet hatte, es war doch eine sonderbare Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit, mit der
man ihn behandelte, er beabsichtigte, das sehr laut und deutlich festzustellen. Schließlich
stieg er doch die Treppe hinauf und spielte in Gedanken mit einer Erinnerung an den
Ausspruch des Wächters Willem, daß das Gericht von der Schuld ange zogen werde, woraus
eigentlich folgte, daß das Untersuchungszimmer an der Treppe liegen m ußte, die K. zufällig
wählte.
Er störte im Hinaufgehen viele Kinder, die auf der Treppe spielten und ihn, wenn er durch
ihre Reihe schritt, böse ansahen. "Wenn ich näc
sich, "muß ich entweder Zuckerwerk mitnehmen, um sie zu gewinnen, oder den Stock, um
sie zu prügeln." Knapp vor dem ersten Stockwer
eine Spielkugel ihren Weg vollendet hatte, zwei kleine Jungen mit den verzwickten Gesichtern
erwachsener Strolche hielten ihn indessen an den Beinkleidern; hätte er sie abschütteln
wollen, hätte er ihnen wehtun müssen, und er fürchtete ihr Gesc hrei.
Im ersten Stockwerk begann die eigentliche Suche. Da er doch nicht nach der
Untersuchungskommission fragen konnte, erfand er einen Tischler Lanz der Name fiel ihm
ein, weil der Hauptmann, der Neffe der Frau Grubach, so hieß und wollte nun in allen
Wohnungen nachfragen, ob hier ein Tischler Lanz wohne, um so die Möglichkeit zu
bekommen, in die Zimmer hineinzusehen. Es zeigte sich aber, daß das m eistens ohne
weiteres möglich war, denn fast alle Türen standen offen und die Kinder liefen ein und aus.
Es waren in der Regel kleine, einfenstrige Zimmer, in denen auch gekocht wurde. Manche
Frauen hielten Säuglinge im Arm und arbeiteten mit der freien Hand auf dem Herd.
Halbwüchsige, scheinbar nur mit Schürzen bekleidete Mädchen liefen am fleißigsten hin und
her. In allen Zimmern standen die Betten noch in Benützung, es lagen dort Kranke oder noch
Schlafende oder Leute, die sich dort in Kleidern streckten. An den Wohnungen, deren Türen
geschlossen waren, klopfte K. an und fragte, ob hier ein Tischler Lanz wohne. Meistens
öffnete eine Frau, hörte die Frage an und wandte sich ins Zimmer zu jemandem, der sich aus
dem Bett erhob. "Der Herr fragt, ob ein Tischler Lanz hier wohnt." "Tischler Lanz?" fragte
der aus dem Bett. "Ja", sagte K., obwohl sich hier die Untersuchungskommission zweifellos
nicht befand und daher seine Aufgabe beendet war. Viele glaubten, es liege K. sehr viel
daran, den Tischler Lanz zu finden, dachten lange nach, nannten seine Tischler, der aber
nicht Lanz hieß, oder einen Namen, der mit Lanz eine ganz entfernte Ähnlichkeit hatte, oder
sie fragten bei Nachbarn oder begleiteten K. zu einer weit entfernten Tür, wo ihrer Meinung
nach ein derartiger Mann möglicherweise in Aftermiete wohne oder wo jemand sei, der
bessere Auskunft als sie selbst geben könne. Schließlich mußte K. kaum mehr selbst fragen,
sondern wurde auf diese Weise durch die Stockwerke gezogen. Er bedauerte seinen Plan,
der ihm zuerst so praktisch erschienen war. Vor dem fünften Stockwerk entschloß er sich, die
Suche aufzugeben, verabschiedete sich von einem freundlichen, jungen Arbeiter, der ihn
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