| |
diesen Augenblick benützte Fräulein Bürstner, sich loszumachen, die Tür zu öffnen, ins
Vorzimmer zu schlüpfen und von dort aus K. leise zu sagen: "Nun ko mmen Sie doch, bitte.
Sehen Sie" sie zeigte auf die Tür des Hauptmanns, unter der ein Lichtschein hervorkam
"er hat angezündet und unterhält sich über uns." "Ich komme schon", sagte K., lief vor,
faßte sie, küßte sie auf den Mund und dann über das ganze Gesicht, wie ein durstiges Tier
mit der Zunge über das endlich gefundene Quellwasser hinjagt. Schließlich küßte er sie auf
den Hals, wo die Gurgel ist, und dort ließ er die Lippen lange liegen . Ein Geräusch aus dem
Zimmer des Hauptmanns ließ ihn aufschauen. "Jetzt werde ich gehen", sagte er, er wollte
Fräulein Bürstner beim Taufnamen nennen, wußte ihn aber nicht. Sie nickte müde, überließ
ihm, schon halb abgewendet, die Hand zum Küssen, als wisse sie nichts davon, und ging
gebückt in ihr Zimmer. Kurz darauf lag K. in seinem Bett. Er schlief sehr bald ein, vor dem
Einschlafen dachte er noch ein Weilchen über sein Verhalten nach, er war damit zufrieden,
wunderte sich aber, daß er nicht noch zufriedener war; wegen des Hauptmanns machte er
sich für Fräulein Bürstner ernstliche Sorgen.
|  |
|
| |
|
|