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zusammen. Im nächsten Augenblick mußte sie in ihr Zimmer gehen, in das K. gewiß um
Mitternacht nicht eindringen durfte; er mußte sie also jetzt ansprechen, hatte aber
unglücklicherweise versäumt, das elektrische Licht in seinem Zimmer anzudrehen, so daß
sein Vortreten aus dem dunklen Zimmer den Anschein eines Überfalls hatte und wenigstens
sehr erschrecken mußte. In seiner Hilflosigkeit und da keine Zeit zu verlieren war, flüsterte er
durch den Türspalt: "Fräulein Bürstner." Es klang wie eine Bitte, nicht wie ein Anruf. "Ist
jemand hier?" fragte Fräulein Bürstner und sah sich mit großen Augen um. "Ich bin es",
sagte K. und trat vor. "Ach, Herr K.!" sagte Fräulein Bürstner lächelnd. "Guten Abend", und
sie reichte ihm die Hand. "Ich wollte ein paar Worte mit Ihnen sprechen, wollen Sie mir das
jetzt erlauben?" "Jetzt?" fragte Fräulein Bürstner, "muß es jetzt sein? Es ist ein wenig
sonderbar, nicht?" "Ich warte seit neun Uhr auf Sie." "Nun ja, ich war im Theater, ich wußte
doch nichts von Ihnen." "Der Anlaß für das, was ich Ihnen sagen will, hat sich erst heute
ergeben." "So, nun ich habe ja nichts Grundsätzliches dagegen, außer daß ich zum Hinfallen
müde bin. Also kommen Sie auf ein paar Minuten in mein Zimmer. Hier könnten wir uns auf
keinen Fall unterhalten, wir wecken ja alle und das wäre mir unseretwegen noch
unangenehmer als der Leute wegen. Warten Sie hier, bis ich in meinem Zimmer angezündet
habe, und drehen Sie dann hier das Licht ab." K. tat so, wartete dann aber noch bis Fräulein
Bürstner ihn aus ihrem Zimmer nochmals leise aufforderte zu kommen. "Setzen Sie sich",
sagte sie und zeigte auf die Ottomane, sie selbst blieb aufrecht am Bettpfosten trotz der
Müdigkeit, von der sie gesprochen hatte; nicht einmal ihren kleinen, aber mit einer Überfülle
von Blumen geschmückten Hut legte sie ab.
neugierig." Sie kreuzte leicht die Beine. "Sie werden vielleicht sagen", begann K., "daß die
Sache nicht so dringend war, um jetzt besprochen zu werden, aber " "Einleitungen
überhöre ich immer", sagte Fräulein Bürstner. "Das erleichtert meine Aufgabe", sagte K. "Ihr
Zimmer ist heute früh, gewissermaßen durch meine Schuld, ein wenig in Unordnung gebracht
worden, es geschah durch fremde Leute gegen meinen Willen und doch, wie gesagt, durch
meine Schuld; dafür wollte ich um Entschuldigung bitten." "Mein Zimmer?" fragte Fräulein
Bürstner und sah statt des Zimmers K. prüfend an. "Es ist so" , sagte K., und nun sahen
beide einander zum erstenmal in die Augen, "die Art und Weise, in der es geschah, ist an
sich keines Wortes wert." "Aber doch das eigentlich Interessante", sagte Fräulein Bürstner.
"Nein", sagte K. "Nun", sagte Fräulein Bürstner, "ich will mich nicht in Geheimnisse
eindrängen, bestehen Sie darauf, daß es uninteressant ist, so will ich auch nichts dagegen
einwenden. Die Entschuldigung, um die Sie bitten, gebe ich Ihnen gern, besonders da ich
keine Spur einer Unordnung finden kann." Sie ma
gelegt, einen Rundgang durch das Zimmer. Bei der Matte mit den Photographien blieb sie
stehen. "Sehen Sie doch!" rief sie. "Meine Photographien sind wirklich
durcheinandergeworfen. Das ist aber häßlich. Es ist also jemand unberechtigterweise in
meinem Zimmer gewesen." K. nickte und verfluchte im stillen den Beamten Kaminer, der
seine öde, sinnlose Lebhaftigkeit niemals zähmen konnte. "Es ist sonderbar", sagte Fräulein
Bürstner, "daß ich gezwungen bin, Ihnen etwas zu verbieten, was Sie sich selbst verbieten
müßten, nämlich in meiner Abwesenheit mein Zimmer zu betreten." "Ich erklärte Ihnen doch,
Fräulein", sagte K. und ging auch zu den Photographien, "daß nicht ich es war, der sich an
Ihren Photographien vergangen hat; aber da Sie mir nicht glauben, so muß ich also
eingestehen, daß die Untersuchungskommission drei Bankbeamte mitgebracht hat, von
denen der eine, den ich bei nächster Gelegenheit aus der Bank hinausb efördern werde, die
Photographien wahrscheinlich in die Hand genommen hat. Ja, es war eine
Untersuchungskommission hier", fügte K. hinzu, da ihn das Fräulein mit einem fragenden
Blick ansah. "Ihretwegen?" fragte das Fräulein. "Ja", antwortete K. "Nein!" rief das Fräulein
und lachte. "Doch", sagte K., "glauben Sie denn, daß ich sch uldlos bin?" "Nun, schuldlos
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